Tafeln der Nationen

LA FRANCE, FRANKREICH, FRANCE

„ Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. “ « On ne voit bien qu’avec le coeur. L’essentiel est invisible pour les yeux. » “ It is only with the heart that one can see rightly. What is essential is invisible to the eye. ”

Antoine de Saint-Exupéry* 1900  † 1944 Schriftsteller

Neben der Schriftstellerei war Antoine de Saint-Exupéry Pilot. Die Fliegerei, unter anderem in der französischen Luftwaffe wie auch für private Luftverkehrsgesellschaften war Ausgangspunkt für sein literarisches Werk, so auch in seinem wohl bekanntesten Werk: „Der kleine Prinz“. In dem in über 100 Sprachen übersetzten Werk gestaltet er den Entwurf eines humanistischen Ethos in poetisch-parabelhafter Form. Saint-Exupéry startete am 31. Juli 1944 zu seinem letzten Aufklärungsflug, von dem er nie zurückkehren sollte.

DEUTSCHLAND, GERMANY

„ Handle stets so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne. “ “ Act only according to that maxim by which you can at the same time will that it would become a universal law. „

Immanuel Kant* 1724  † 1804 Philosoph

Immanuel Kant ist der bedeutendste Philosoph der deutschen Aufklärung. Er befasste sich in seinem Werk mit dem menschlichen Erkenntnisvermögen und revolutionierte das philosophische und wissenschaftliche Denken. Kant lebte, studierte und lehrte in Königsberg, das er nur in seiner Hauslehrerzeit verlassen hat. Dort wurde er 1755 Privatdozent und nach seiner Dissertation „Über die Form und Prinzipien der Sinnen- und der Verstandeswelt“ 1770 Professor für Logik und Metaphysik. Kant blieb unverheiratet und führte zeitlebens ein strenges, minuziös geregeltes Gelehrtenleben. Er stand in Kontakt mit vielen der bedeutendsten Denkern seiner Zeit.

ITALIA, ITALIEN, ITALY

„ Brüderlichkeit zwischen allen Völkern Europas und mit Europa zur Brüderlichkeit aller Menschen. “ « Fratellanza tra tutti i popoli dell’Europa e, per l’Europa, dell’Umanità. » “ Brotherhood among the people of Europe and, through Europe, brotherhood of mankind. ” Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Italien in Berlin S. E. Antonio Puri Purini

In Zusammenarbeit der Botschaft der Republik Italien, Berlin

Mit freundlicher Unterstützung von der Bundesagentur für Arbeit Berlin Mitte und von DASCORPS GmbH BerlinFür die Geschichte des modernen Italien gilt Giuseppe Mazzini als geistiger Führer des demokratischen Flügels des „Risorgimento“, der italienischen Unabhängigkeitsbewegung des 19. Jahrhunderts. Durch sein populäres Befreiungs- und Aktionsprogramm und die Mithilfe Giuseppe Garibaldis (1807-1882) versuchte Mazzini eine republikanische Lösung der nationalen Frage Italiens herbeizuführen. Seine volksrevolutionären Ideen wirkten wegweisend für die nationalen Befreiungsbewegungen in anderen europäischen Ländern, vor allem in denen des Deutschen Bundes und in Polen.

Giuseppe Mazzini
* 1805  † 1872 Jurist, Demokrat, Freiheitskämpfer

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Italien in Berlin S. E. Antonio Puri Purini

In Zusammenarbeit der Botschaft der Republik Italien, Berlin

Mit freundlicher Unterstützung von der Bundesagentur für Arbeit Berlin Mitte und von DASCORPS GmbH BerlinFür die Geschichte des modernen Italien gilt Giuseppe Mazzini als geistiger Führer des demokratischen Flügels des „Risorgimento“, der italienischen Unabhängigkeitsbewegung des 19. Jahrhunderts. Durch sein populäres Befreiungs- und Aktionsprogramm und die Mithilfe Giuseppe Garibaldis (1807-1882) versuchte Mazzini eine republikanische Lösung der nationalen Frage Italiens herbeizuführen. Seine volksrevolutionären Ideen wirkten wegweisend für die nationalen Befreiungsbewegungen in anderen europäischen Ländern, vor allem in denen des Deutschen Bundes und in Polen.

BELGIQUE, BELGIË, BELGIEN, BELGIUM

„ … Von allen Galliern sind die Belgier die tapfersten … “ „ (GALLIA EST OMNIA DIVISA IN PARTES TRES … ) HORUM OMNIUM FORTISSIMI SUNT BELGAE … “ „ … Van alle Galliërs zijn de Belgen de dappersten … “ « … De tous les peuples de la Gaule, les Belges sont les plus braves … » “ … Of all Gaul, the Belgians are the bravest … ”

Julius Caesar* 100  † 44 v. Chr. römischer Feldherr

Unter der Schirmherrschaft des Belgischen Botschafters S.E. Lode Willems

In Zusammenarbeit mit der Belgischen Botschaft, der Flämischen Repräsentanz in Berlin und der Vertretung der Französischen Gemeinschaft und der Wallonischen Region Belgiens in BerlinIn den Jahren 58-51 v. Chr. eroberte Julius Caesar ganz Gallien von den Pyrenäen bis zum Rhein. Das Zitat entstammt aus seinen Denkschriften über den Gallischen Krieg (De bello Gallico). Jedes belgische Kind lernt den Text, welcher in seinem vollständigen Kontext lautet:
Gallien ist als ganzes in drei Teile geteilt. Einen davon bewohnen die Belgier, einen anderen die Aquitaner und den dritten die, die in ihrer eigenen Sprache „Kelten“, in unserer „Gallier“ genannt werden. Sie alle unterscheiden sich untereinander in Sprache, Gewohnheiten und Gesetzen. Die Gallier trennt von den Aquitanern der Fluss Garonne, von den Belgiern die Marne und die Seine. Die tapfersten all dieser sind die Belgier, und zwar deswegen, weil sie von der Kultur und Lebensweise der [römischen] Provinz am weitesten entfernt sind, sehr selten Kaufleute zu diesen kommen und das, was zur Verweichlichung der Gemüter führt, einführen, und weil sie den Germanen, die jenseits des Rheines leben und mit denen sie ständig Krieg führen, sehr nahe sind.

NEDERLAND, NIEDERLANDE, NETHERLANDS

„ Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern eine Tugend, die einer Stärke des Charakters entspringt. “ „ Pax non belli privatio; sed virtus est, quae ex animi fortitudine oritur. “ „ Vrede is niet de afwezigheid van oorlog, maar zij is een deugd die voortkomt uit de kracht van de geest. “ “ Peace is not the absence of war, but a virtue which comes from strength of mind. ”

Baruch de Spinoza* 1632  † 1677 Philosoph

In Zusammenarbeit mit der Botschaft des Königreichs der Niederlande in BerlinBaruch de Spinoza stammte aus einer aus Portugal nach Holland eingewanderten jüdischen Familie. Früh begann er das Studium der Scholastik, Sprachen, Naturwissenschaften, Mathematik und Philosophie. Wegen seinem starken Zweifel an verschiedenen für die Gemeinde zentralen Glaubenslehren wurde er 1656 wegen religiöser Dogmenkritik mit dem Bannfluch der jüdischen Gemeinde belegt. Eine vermutlich von ihm verfasste Verteidigungsschrift, in der er seine bibel- und religionskritischen Ansichten entwickelte, fand später in seinem Tractatus theologico-politicus Niederschlag.
Seine bahnbrechenden philosophischen Denkansätze und Folgerungen entstanden im Bereich der Anthropologie, der daraus entwickelten Erkenntnistheorie und der Affektenlehre. Letztere stammt aus dem Bereich der Ästhetik in der Antike (griech. pathos = affectus = Stimmung/Leidenschaft) und ist bei Spinoza eng mit Ethik verbunden (Sittenlehre).

LËTZEBUERG, LUXEMBOURG, LUXEMBURG

„ Die Nationen, deren Nähe die Menschen brauchen, sind keine vorübergehende Erscheinung der Geschichte. Aber sie dürfen nie mehr Geschichte auf Kosten Europas machen. “ „ D ’ Natiounen, zu deenen d ’ Leit e Besoin vu Proximitéit verspieren, sinn net en zäitweilege Phänomen vun der Geschicht. Mä si dierfen ni méi Geschicht maachen op Käschte vun Europa. “ « Les nations, dont la proximité répond à un besoin humain, ne sont pas un phénomène passager de l’histoire. Cependant, elles ne devront plus jamais faire l’histoire aux dépens de l’Europe. » “ Nations to which people need to feel close are not a passing phenomenon of history. But they should never again make history at the expense of Europe. ”

Dr. h. c. Jean-Claude Juncker* 1954
Staatsmann

Unter der Schirmherrschaft der Regierung des Großherzogtums Luxemburg
Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Großherzogtums Luxemburg in BerlinJean-Claude Juncker ist seit 1995 Premierminister Luxemburgs. Juncker engagiert sich darüber hinaus europapolitisch, gestaltete maßgeblich die Maastrichter Verträge mit, und ist der ständige Vorsitzende der Eurogruppe. Seit 2006 ist Jean-Claude Juncker Schirmherr des PFAD DER VISIONÄRE – EU.

ÉIRE, IRLAND, IRELAND

„ Ich fühle mich als Glied in einer Sprachenkette. Die Sprache meiner Vorfahren war reich, erdgebunden, poetisch, kräftig. Ich möchte nicht denken, dass ich das ausgelassene Glied bin. “ “ Tuigtear dom gur lúb i slabhra teangan mé. An teanga a bhí ag mo shinsir bhí sí saibhir, fuaimintiúil, filiúil, tathagach. Níor mhaith liom a cheapadh gur lúb ar lár mé. ” “ I understand that I am a link in a language chain. My ancestors’ language was rich, grounded, poetic, substantial. I would not like to think that I am the link that was dropped. ”

Nuala Ní Dhomhnaill* 1952
Dichterin

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters von Irland S. E. Seán O’Huiginn

In Zusammenarbeit mit der Botschaft von Irland in BerlinNuala Ní Dhomhnaill gilt als die anerkannteste zeitgenössische irische Autorin. In Lancashire geboren, erlebte sie ihre frühe Kindheit als Tochter irischer Eltern in einer britischen Umgebung. Erst als die Familie 1957 nach Irland zog, nach Dingle Gaeltacht in Kerry, entdeckte Ní Dhomhnaill die kulturellen Unterschiede zwischen Irland und England. Das Aufwachsen und frühere Aufenthalte in dieser ländlichen Umgebung prägten Ihre Affinität zur gälischen Sprache, der Sprache ihrer Werke.

Für Nuala Ní Dhomhnaill ist das Irische eine Sprache, die noch verknüpft ist mit der Zeit vor der Aufklärung. Ihr Werk wurzelt zutiefst im Alltäglichen und in menschlichen Erfahrungen, im Körperlichen, Sinnlichen und Bodenständigen und ist zugleich inspiriert von den Mythen und Märchen Irlands.

ΕΛΛΑΔΑ, GRIECHENLAND, GREECE

„ Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. “ « ΠΟΤΑΜΩι ΓΑΡ ΟΥΚ ΕΣΤΙΝ ΕΜΒΗΝΑΙ ∆ΙΣ ΤΩι ΑΥΤΩι » « Δεν µπο εί κανείς να µπει δύο ϕο ές στον ίδιο ποταµό » “ You could not step twice into the same river. ”

Heraklit* 6./5. Jh. v. Chr. Philosoph

In Zusammenarbeit mit der Griechischen Botschaft in BerlinHeraklits Werk ist nur fragmentarisch überliefert. Seine Philosophie konzentriert sich auf den Begriff des Logos, den Wandel und auf die „Gegensatzpaare“.
Heraklits Sprache ist bestimmt von Aphorismen, Paradoxien und Wortspielen, weshalb ihm in der Antike auch der Name „der Dunkle“ verliehen wurde.

PORTUGAL, PORTUGAL

„ Wir sind alle kurzsichtig, ausgenommen nach innen. Nur unsere Traumaugen brauchen keine Brille. “ “Somos todos míopes, excepto para dentro. Só o sonho vê com o olhar.” All of us are near-sighted, except on the inside. Only the eyes we use for dreaming truly see.

Fernando Pessoa* 1888  † 1935 Dichter, Schriftsteller

ESPAÑA, SPANIEN, SPAIN

„ Das Reisen in fremde Länder und der Umgang mit den verschiedensten Leuten macht den Menschen klug. “ « El andar tierras y comunicar con diversas gentes hace a los hombres discretos. » “ Travelling and sojourning among various people makes men wise. ”

Miguel de Cervantes* 1547  † 1616 Dichter, Schriftsteller

In Zusammenarbeit mit der Botschaft von Spanien in der Bundesrepublik DeutschlandMiguel de Cervantes Saavedra gilt als Nationaldichter Spaniens. Er führte ein abenteuerliches Leben, war unter anderem Soldat, und verbrachte fünf Jahre als Sklave in Gefangenschaft in Algerien.
Sein Hauptwerk ist „Don Quijote de la Mancha“, welches zu einem der wichtigsten Bücher der Weltliteratur zählt.

DANMARK, DÄNEMARK, DENMARK

„Ich bin nur ein Bote, man hat mich auf eine lange Reise geschickt, dass ich den Leuten sage, es gibt Hoffnung auf der Welt. “ » Jeg selv er kun en budbringer, sendt ud på en stor rundrejse for at lade folk vide at der er håb til i verden. « “ I am nothing but a messenger sent out on a long journey, to tell people that there is hope in the world. ”

Karen (Tania) Blixen* 1885  † 1962 Schriftstellerin, Journalistin

Unter der Schirmherrschaft des Dänischen Botschafters S.E. Carsten Søndergaard

In Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in BerlinKaren Blixen betrieb, neben ihrer literarischen Arbeit, 17 Jahre lang mit ihrem Mann eine Kaffeefarm in Kenia.
Ihr schriftstellerisches Werk umfasst fantastische Erzählungen, Novellen und autobiographische Erlebnisberichte aus Afrika, welche Grundlage für die Verfilmung „Out of Africa“ im Jahr 1985 waren. Ihre Erinnerungen schildern mit großer Einfühlung Natur, Tiere und Menschen in Afrika.

ÖSTERREICH, AUSTRIA

„ Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. “ “ The truth is not too much to expect. ”

Ingeborg Bachmann* 1926  † 1973 Schriftstellerin

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Österreich S. E. Dr. Christian Prosl

Mit freundlicher Unterstützung des Österreichischen Kulturforums BerlinIngeborg Bachmann gehört zu den bedeutendsten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Sie studierte Philosophie, Psychologie, Philologie und Rechtswissenschaften an den Universitäten in Innsbruck, Graz und Wien. Ihr Werk besteht sowohl aus Lyrik, als auch aus Prosa. 1964 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Ihr genanntes Zitat findet sich in ihrer Dankrede anlässlich des Hörspielpreises der Kriegsblinden für das Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“, verliehen in einem Festakt im Bundeshaus in Bonn am 17. März 1959. Dieses Zitat ist heute die Inschrift ihres Grabes auf dem Friedhof in Klagenfurt-Annabichl.

SVERIGE, SCHWEDEN, SWEDEN

“ Tänka fritt är stort, tänka rätt är större. ”

„ Frei denken ist groß, richtig denken ist größer. “

“ Free thinking is good, rightful thinking is better. ”

Thomas Thorild* 1759  † 1808 Dichter

Unter der Schirmherrschaft der Schwedischen Botschaft in Berlin

Mit freundlicher Unterstützung der Schwedischen Botschaft in Berlin

Thomas Thorild (eigentlich: Thorén) studierte Jura in Lund. Angeregt von der Französischen Revolution setzte er sich für die Aufhebung der Standesprivilegien in Schweden ein. 1792 wurde er aufgrund seiner Geisteshaltung des Landes verwiesen. Im damals schwedischen Greifswald erhielt er dann eine Stelle als Bibliothekar und Professor für Literatur. Dreizehn Jahre, bis zu seinem Tode, hatte er die Professur inne. Er ist in Neuenkirchen (bei Greifswald) beerdigt.
Als Philosoph war er Anhänger der „Aufklärung“ und anerkanntester schwedischer Vertreter des „Sturm und Drangs“, (der schwedische Lessing). Literarisch wandte er sich gegen den französichen Klassizismus. Zeit seines Lebens schwankte er zwischen den beiden Strömungen. Am Ende ordnete er sich den Gesetzen der Vernunft (Aufklärung) unter und zeigte sein Gefühl (Sturm und Drang) hauptsächlich durch seine Literatur und Dichtungen. Mit einer ungekünstelten, natürlichen Prosasprache wurde er u. a. für Strindberg zum Vorbild.

SUOMI, FINNLAND, FINLAND

“ Täysin vapaana kulkee tietään se,
jota ei sido minkään menettämisen pelko. ”

„ Völlig frei wandert der,
den keine Angst vor Verlust fesselt. “

“ Treading their own path, entirely free,
are they who are not restrained by fear of failure. ”

Sylvi Kekkonen* 1900  † 1974 Autorin

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters von Finnland in Deutschland S.E. René Nyberg

In Zusammenarbeit mit der Botschaft von Finnland in Berlin

Mit freundlicher Unterstützung von procuratio

Kekkonens bekanntestes Werk, der Roman „Amalia“ aus dem Jahr 1958, wurde in diverse Sprachen übersetzt. Sie war mit Urho Kekkonen verheiratet, der in der Zeit zwischen 1956 und 1982 Präsident Finnlands war.

EESTI, ESTLAND, ESTONIA

« Riik sünnib vaid korra, kuid vabadus peab taassündima iga päev. »

„ Der Staat ersteht nur einmal, die Freiheit jedoch musst Du jeden Tag erkämpfen. “

“ A state can only be born once, but liberty must be reborn every day. ”

Lennart Meri* 1929  † 2006 Staatsmann

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters von Estland S.E. Dr. Clyde Kull

In Zusammenarbeit mit der Botschaft von Estland in Berlin.Von 1992 bis 2001 war Lennart Meri Präsident von Estland. Meri war Teil der „singenden Revolution“ (1987-1992), einer politischen Autonomiebewegung gegen die sowjetische Vorherrschaft in Estland.
Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit Estlands war Meri zwischen 1990 und 1992 Außenminister. Er arbeitete als Dramaturg, Dokumentarfilmer, Radiojournalist und Übersetzter und schrieb literarisch anspruchsvolle Reisebücher.

LATVIJA, LETTLAND, LATVIA

« Saprast citu – saprast sevi.
Saprast sevi – saprast pasauli. »

„ Den anderen verstehen – sich selbst verstehen;
sich selbst verstehen – die Welt verstehen. “

“ To know another is to know oneself.
To know oneself is to know the world. ”

Janis Plieksans Rainis* 1865  † 1929 Dichter, Schriftsteller, Politiker

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Lettland in Deutschland S. E. Dr. Martins Virsis

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Lettland in Berlin

Als einer der geistigen Führer der „Neuen Strömung“, einer breiten linkssozialen, später sozialdemokratischen politischen Bewegung in Lettland, und der anschließenden Revolution von 1905, spielte Janis Plieksans Rainis eine Schlüsselrolle in dem kulturellen und politischen Kampf für die Unabhängigkeit Lettlands. Nach dem Scheitern der Revolution flüchtete er in die Schweiz, kehrte aber im April 1920 nach Lettland zurück. Zwischen 1926 und 1928 war Rainis Bildungsminister.

LIETUVA, LITAUEN, LITHUANIA

„ Mums nereikia pergalės. Mums reikia taikos ir taikos sutarties. “

„ Wir brauchen keinen Sieg. Wir brauchen Frieden und einen Friedensvertrag. “

“ We do not need victory. We need peace and a Peace Treaty. ”

Vytautas Landsbergis* 1932
Staatsmann

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Litauen

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens 1990 ist Vytautas Landsbergis als Vorsitzender des provisorischen Parlaments das erste Staatsoberhaupt Litauens. Er war einer der Begründer der litauischen Unabhängigkeitsbewegung Sąjūdis, zu deren Vorsitzenden er 1988 gewählt wurde.
Heute ist er Mitglied des Europäischen Parlaments. Mit seinem Einsatz für die Unabhängigkeit Litauens hat er entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Demokratie in Osteuropa genommen. Landsbergis hat sein Zitat höchst persönlich ins Deutsche übersetzt.

POLSKA, POLEN, POLAND

„ Naród, który traci pamięć, traci sumienie. “

„ Ein Volk, das sein Gedächtnis verliert, verliert auch sein Gewissen. “

“ The loss of memory by a nation is also the loss of its conscience. ”

Zbigniew Herbert* 1924  † 1998 Lyriker, Dramatiker

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Polen S. E. Dr. Andrzej Byrt

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland

Zbigniew Herbert war in den 1970er Jahren in pro-demokratische Bestrebungen involviert und wendete sich gegen die Zensur. In den achtziger Jahren, zu Zeiten der Solidarność, unterstützte er die Opposition.
Er war ein Schriftsteller von außergewöhnlicher Autorität mit einem enorm umfangreichen literarischen Werk. Vermächtnisverlust, Ironie und Treue sind zentrale Themen zum Verständnis von Herberts Lyrik. Er sah seine Gedichte als einen Versuch zur Erneuerung der Tradition als werteorientiertes Lebensfundament des Menschen. Ob er in seinem Schaffen antike und mythologische Motive aufgriff, Ausschnitte des polnischen Alltags festhielt oder auf die politische Situation anspielte, die wichtigste Komponente seiner Betrachtungsweise blieb immer die Ironie.

ČESKO, TSCHECHIEN, CZECH REPUBLIC

„ Kdo hledá, bývá očekáván. Kdo čeká, je jen nalezen. “

„ Wer sucht, wird erwartet. Wer wartet, wird nur gefunden. “

“ He who seeks is awaited. He who waits is only found. ”

Jaroslav Seifert* 1901  † 1986 Dichter, Schriftsteller

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Tschechischen Republik S. E. Dr. Boris Lazar

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin

Mit freundlicher Unterstützung von Frau Friede Springer, Berlin

Bis 1950 arbeitete Jaroslav Seifert als Journalist. Eine Auslandreise brachte ihn in Kontakt mit den französischen Modernisten und Dadaisten. Zurück in Tschechien wurde er Mitglied der „Poetists“ (eine aus der Arbeiterpoesie entstandene tschechisch eigene Kunstrichtung in Literatur und bildendender Kunst).
Nach einem Besuch der Sowjetunion 1925 kam es 1929 für ihn zum Bruch mit der kommunistischen Partei. Er trat daraufhin der sozial-demokratischen Partei bei. Während der Besetzung der Tschechoslowakei im Zweiten Weltkrieg widmete sich Seifert patriotischen Themen. Nach 1948 kritisierte er mehrfach die kommunistischen Machthaber. Seine Werke wurden wegen seiner Unterzeichnung der Charta 77 zwischen 1977 und 1979 nicht in der Tschechoslowakei verlegt. Seifert erhielt im Jahr 1984 den Nobelpreis für Literatur nicht nur für sein literarisches Werk, sondern auch für sein beherztes Eintreten für die Bürgerrechte.

SLOVENSKO, SLOWAKEI, SLOVAKIA

„ Budúcnosť Európy nie je v separatizme, ale v rozumnej deľbe práce. Vzájomné
ekonomické prepojenie celého európskeho kontinentu by malo byť samozrejmosťou … “

„ Die Zukunft Europas besteht nicht im Separatismus, sondern in einer vernünftigen
Arbeitsteilung. Die gegenseitige ökonomische Verflechtung des gesamten europäischen Kontinents sollte eine Selbstverständlichkeit sein … “

“ The future of Europe lies not in separatism, but in a sensible division of labour. Reciprocal economic integration of the whole European continent ought to be the obvious aim … ”

Milan Hodža* 1878  † 1944 Diplomat, Staatsmann

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Slowakischen Republik S. E. Ivan Korcok

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Slowakischen Republik in Berlin – Bundesrepublik Deutschland

Milan Hodža war in der Zeit zwischen 1935 und 1938 Premierminister der Tschechoslowakei. Zu Zeiten des Ersten Weltkriegs war er in die Vorbereitungen zur Schaffung des unabhängigen Staates Tschechoslowakei involviert.
Zeit seines Lebens verfolgte er die Idee einer demokratischen Föderation Zentraleuropäischer Staaten.

MAGYAR, UNGARN, HUNGARY

„ Mivel gondolkodni nehéz, inkább ítélkezünk. “

„ Weil das Denken so schwierig ist, urteilt man lieber. “

“ Because the thinking is difficult, one judges rather! ”

Sándor Márai* 1900  † 1989 Schriftsteller

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Ungarn S. E. Dr. Sándor Peisch

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Ungarn in Berlin

Nach dem 1. Weltkrieg emigrierte Sándor Márai 1919 nach Deutschland. Er studierte am Institut für Zeitungskunde der Universität Leipzig Journalistik. Ergänzende Studien in Frankfurt a. M. und freie Mitarbeit bei der Frankfurter Zeitung folgten.
Nach seiner Heirat 1923 lebte er in Paris, wo er sich mit Reportagen, Feuilletons, Artikeln für Zeitungen und Magazinen, Gedichten und Kurzgeschichten beschäftigte. Sein Weg führte ihn 1928 wieder zurück nach Ungarn. Nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahr 1948 sah Márai für sich als bürgerlichen Schriftsteller keine Zukunft mehr in Ungarn, und lebte fortan im italienischen und amerikanischen Exil.

SLOVENIJA, SLOWENIEN, SLOVENIA

„ Žive naj vsi narodi | ki hrepene docakat‘ dan, | da, koder sonce hodi, |
prepir iz sveta bo pregnan, | da rojak | prost bo vsak, | ne vrag, le sosed bo mejak! “

„ Es leben alle Völker, | die sehnend warten auf den Tag, | dass unter dieser Sonne | die Welt dem alten Streit entsag! | Frei sei dann | jedermann, | nicht Feind, nur Nachbar mehr fortan! “

“ God’s blessing on all nations, | Who long and work for that bright day, |
When o’er earth’s habitations | No war, no strife shall hold its sway; |
Who long to see | That all men free | No more shall foes, but neighbours be. ”

France Prešeren* 1800  † 1849 Dichter

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Slowenien in BerlinNach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Wien, arbeitete France Prešeren als Advokat. Prešeren war einer der größten Romantiker seiner Zeit und ist der wichtigste Repräsentant der Romantik in Slowenien.
Das Zitat ist die siebte Strophe seines Gedichtes „Zdravljica“ („Trinkspruch“) aus 1844, das später von Stanko Prenrl vertont wurde. Es propagiert die Idee des „Vereinten Slowenien“. Das Gedicht spielte eine große Rolle bei der Bildung des slowenischen Nationalbewusstseins und in der nationalen und sozialen Befreiung. Es wurde 1969 vom damaligen Slowenischen Parlament zur Nationalhymne bestimmt und ist seit der Unabhängigkeit (1991) mit seiner siebten Strophe die Nationalhymne Sloweniens.

MALTA, MALTA

“ Niehdu n-nifs anki biex nifhmu. Hemm kwistjonijiet ta’ zmienna,
ohrajn dejjiem fin-natura taghna. Twegibiet inisslu mistoqsijiet.
Hekk dil-mixja ssir misteru logiku, tbissima ta’ Alla, stedina ghal aktar. ”

„ Wir atmen auch um zu verstehen. Vorübergehende Probleme gehören zu unserer Ära,
bleibende zu unserer Natur. Antworten erzeugen Fragen. Das macht unser Abenteuer zu einem logischen Geheimnis, einem Lächeln Gottes, einer Einladung, sich nach mehr zu sehnen. “

“ We breathe also to understand. Temporary issues belong to our era,
permanent ones to our nature. Answers beget questions.
That makes our adventure a logical mystery, a smile of God, an invitation to crave for more. ”

Oliver Friggieri* 1947 Autor, Philosoph

Unter der Schirmherrschaft der Botschaft von Malta

In Zusammenarbeit mit der Botschaft von Malta in Berlin

Oliver Friggieri schreibt auf Malti, Englisch und Italienisch sowohl Novellen als auch Kurzgeschichten, Gedichte, Kritiken, Lexikonbeiträge und Kolumnen für Sonntagszeitungen. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaft und promovierte im Fachgebiet Maltesische Literatur.
Ein Großteil seines Werkes ist in mehrere europäische Sprachen übersetzt worden. Er ist Professor und Direktor des Seminars für Maltesisch an der Universität von Malta.

ΚΥΠΡΙΑΚΗ, ZYPERN, CYPRUS

« Ζωή. Μην αποµονώνετε µια παράγραφό της,
µην αποµονώνετε µια φράση της, πάρτε την ως σύνολο »

„ Leben. Verliert nicht einen seiner Abschnitte,
isoliert nicht einen seiner Sätze, nehmt es als Ganzes “

“ Life. Do not isolate just one verse of it,
do not isolate just one phrase of it, take it as a whole. ”

Kostas Montis* 1914  † 2004 Schriftsteller

Unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Republik Zypern in Berlin

Mit freundlicher Unterstützung des Bildungs- und Kulturministeriums der Republik Zypern

Kostas Mondis studierte Jura an der Universität Athen. Nach seinem Studium war er als Journalist und Herausgeber verschiedener Zeitungen und Zeitschriften tätig. Er ist der Begründer des Nationaltheaters Zypern.
Mondis verfasste in den 1940er und 1950er Jahren Gedichte und Lieder im zyprischen Dialekt sowie Erzählungen und einen Roman. 1968 und 1979 erhielt er den Zyprischen Staatspreis für Lyrik.

БЪЛГАРИЯ, BULGARIEN, BULGARIA

„ … времето е в нас, и ний сме във времето;
то нас обръща и ний него обръщаме. “

„ …die Zeit ist in uns und wir sind in der Zeit –
während sie uns wandelt, wandeln wir sie auch. “

“ … the time is in us, and we are in the time;
it transforms us and we transform it. ”

Vassil Levski* 1837  † 1873 Nationalheld

Unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Republik Bulgarien

In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Bulgarien in Berlin

Vassil Levski gilt als führender Revolutionär der nationalen Wiedergeburt Bulgariens. Der „Apostel der Freiheit“ organisierte zwischen 1869 und 1872 ein dichtes Netz von nationalen Komitees (Innere Revolutionäre Organisation), deren Ziel es war Bulgarien von der osmanischen Herrschaft zu befreien. 1869 wurde er Mitgründer und Führer des in Bukarest errichteten Bulgarischen Revolutionären Zentralkomitees, dessen Aufstandspläne gegen die türkische Herrschaft aber verraten wurden.
Levski stellte sich eine reine und heilig bulgarische Republik von ethnischer und religiöser Gleichheit vor. Sein Leben war geprägt vom Kampf für die Menschenrechte, inspiriert durch den fortschreitenden Liberalismus der Französichen Revolution und der westeuropäischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.

ROMÂNIA, RUMÄNIEN, ROMANIA

„ Creează ca Dumnezeu, comandă ca un rege,
munceşte ca un sclav. “

„ Schöpfe wie Gott, befehle wie ein König,
arbeite wie ein Sklave. “

“ Create like God, command like a king,
labour like a slave. ”

Constantin Brâncuşi* 1876  † 1957 Bildhauer

In Zusammenarbeit mit der Botschaft von Rumänien

Mit freundlicher Unterstützung des rumänischen Aussenministeriums

Constantin Brâncuşi zählt zu den einflussreichsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Er lebte ab 1904 in Paris. Seine Bildwerke sind vorwiegend aus poliertem Stein, Metall und Holz und wurden angeregt durch die Kunst der französischen Avantgarde, besonders des Kubismus, der archaischen Plastik sowie durch die traditionelle Schnitzkunst seiner Heimat. In der Schaffung seiner Plastiken strebte Brâncuşi an, durch Abstraktion das Wesen des Darzustellenden zu erfassen. Die Eiform als Urform findet bei Brâncuşi überwiegend ihren Ausdruck.

KROATIEN | HRVATSKA | CROATIA

IVAN SUPEK1915 – 2007 Physiker, Philosoph, Schriftsteller | fizičar, filozof, pisac | physicist, philosopher, writer

GROSSBRITANNIEN | UNITED KINGDOM

„Wenn ich weiter als andere gesehen habe, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.“


“If I have seen further, it is by standing on the shoulders of giants.”

offizieller Beitrag von Grossbritannien

Mit freundlicher Unterstützung der Britischen Botschaft in Berlin

Nach 47 Jahren Mitgliedschaft ist das Vereinigte Königreich (UK) am 31. Januar 2020 aus der Europäischen Union (EU) ausgetreten und das Austrittsabkommen am 1. Februar 2020 in Kraft getreten.

In Erinnerung an den wichtigen Teil den Grossbritannien in Europa spielt und der Hoffung, dass Grossbritannien eines Tages wieder offizielles und aktiver Teil der europäischen Gemeinschaft wird. Nur hier präsentieren wir den offiziellen Beitrag Grossbritanniens für den PFAD DER VISIONÄRE, Berlin.

UNESCO | Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur

Die UNESCO zeigt mit einem eigenem Beitrag zum PFAD DER VISIONÄRE, in Form einer Bodentafel, ihre Verbundenheit mit dem Projekt.

„Da Kriege im Geiste der Menschen entstehen,
muss auch der Frieden im Geiste der Menschen verankert werden.“


(Erster Satz aus der Verfassung der UNESCO und offizieller Zitatbeitrag der UNESCO zum PFAD DER VISIONÄRE in Berlin).